Schlagwort: 20. Jahrhundert

HistoMap Berlin

22. November 2014

Bildschirmfoto

Kürzlich hatte ich das Vergnügen einer Präsentation eines neues Projektes mit Georeferenzierten Stadtplänen Berlins beizuwohnen. HistoMap Berlin wurde als Kooperationsprojekt zwischen dem Landesarchiv Berlin und der Beuth Hochschule für Technik realisiert, um die K4-Pläne Berlins die von etwa 1924 bis 1961 für Ost- und bis 1991 für Westberlin existieren digital zugänglich zu machen.

Hunderte von auf Leinen gespannten Kartenblättern wurden dafür abgescannt und othorektifziert. Interessanterweise machten die Entwickler die Erfahrung, dass eine Orthorektifizierung nur Anhand der vier Ecken des Kartenblattes bessere Ergebnisse erzielte als eine anhand vieler Referenzpunkte – trotz gewisser Materialbedingten Verzerrungen.

Die Oberfläche des offenbar auf GeoExt basierenden WebGis ist angenehm klar und einfach gehalten: Mit einem Klick in die Karte (zur Abwechslung ein amtlicher Plan des Katasteramtes von 2014 und kein OSM- oder Google-Kartenbild) erscheinen alle Kartenblätter, die an dieser Stelle verfügbar sind und lassen sich als Layer mit Variabler Opazität zu- und wegschalten. Jenes urspüngliche Kartenblatt stellt ein eigenes Layer da, um nicht durch Zusammenfassung von über mehrere Jahre entstandenen Karten einen falschen Eindruck von Lückenlosigkeit zu erwecken. Sympathischer Weise wurde auf weiteren Firlefanz weitestgehend verzichtet, so der Berlin HistoMapper ein tatsächlich nutzbares RechercheTool mit klar umrissenen Anwendungsfeld geworden ist. Er wurde entsprechend Dankbar und Positiv aufgenommen.

Dieses Tool ist u. A. deswegen so ungemein wichtig, da die verwendeten Karten die einzigen Referenzobjekte darstellen, auch für z. B. für historische Straßennamen dar. Eine Geodatenbank mit solchen Ortsbezeichnungen existiert nicht. Das heißt natürlich auch, dass so etwas wie einen historischen Geocoder von Berlin (noch) nicht geben kann, den man im ersten Moment erwartet, wenn man das Ortssuchfeld auf des HistoMappers sieht und enttäuscht feststellt, dass es nur rezente Ortsnamen finden kann.

Für die Zukunft ist eine Erfassung der Osterberliner Karten zwischen 63 und 91 geplant, die im Maßstab 1:5000 vorliegen, sowie eine Ergänzung mit Karten zwischen 1991 und heute. Auch weitere, ältere Kartenwerke könnten hinzugefügt werden: Bereits jetzt ist, sozusagen als Extra, auch der Straube-Plan von 1910 als Layer verfügbar. Alle Karten werden wohl auch als WMS-Ströme zur Verfügung stehen.

http://geom.beuth-hochschule.de/histomap/de/index.html

Historical Maps of Canada

22. November 2012

Eine Reihe Karten, die die historische Entwicklung Kanadas zeigen.

http://www.canadiangeographic.ca/mapping/historical_maps/1849.asp

Matthew White’s Historical Atlas of the 20th Century

13. November 2012

Über die Zahlen, die der Bibliothekar Matthew White für seine Zahllosen Statistiken und Karten verwendet, kann man teilweise Streiten – so ist er beispielsweise in der Lage, die Zahl der Toten durch das Ende des römischen Weltreiches – was auch immer das seiner Meinung nach ist –  zu beziffern, was man als Alt-Historiker schon beeindruckend finden kann. Aber was das 20ste Jahrhundert angeht, gibt es ja bekanntermaßen verlässlichere Zahlen. Die Arbeitet er auf durch aus sehenswerte Weise in einer Vielzahl von Karten auf – mir gefallen besonders die 20 Weltkarten, die den Wandel von Reigierungssystemen weltweit illustrieren, wobei es für jeden Abschnitt von 5 Jahren je eine Karte gibt.

Neben dem Atlas des 20sten Jahrhunderts, gibt es noch einen ganz witzigen Abschnitt der surrealen Geographie, in der man beispielsweise sehen kann, wie die USA sich (Whites Meinung nach) entwickelt hätte, wenn jede einzelne separatistischen Bewegung jeden Gebietes erfolgreich gewesen wäre.

Die Seite ist zwar schon etwas älter, und kaum mehr aktualisiert aber durchaus einen Blick wert!

 

 

Historical Atlas of the 20th Century.